Die Mandel – eine echte Zaubernuss (auch, wenn sie gar keine Nuss ist)

Mandelblüte auf Mallorca…

Es fängt schon bei der zauberhaften Mandelblüte an. Unglaublich schön ist es, wenn z.B. auf Mallorca schon im Januar unzählige Mandelbäume erblühen und die Landschaft in ein zart rosafarbenes und weißes Meer verwandeln, das uns verzaubert.

Vorab die wunderbare Blüte und daraus entsteht die tolle Frucht. Die Liste an Leckereien aus Mandeln ist unheimlich vielfältig. Gebrannte Mandeln, Mandelmus, gehackte Mandeln, Marzipan, Likör, Mandelmilch, Mandelöl, gemahlene Mandeln, Madeltarte, Mandelsplitter… KÖSTLICH!

 

 

…und in zartrosa – geknipst von meinen Eltern 🙂

Und die Mandel ist nicht nur zauberhaft, was den Genuss betrifft, sondern auch was ihre wertvollen Inhaltsstoffe anbelangt. Mandeln pur liefern sehr hochwertiges Eiweiß, viele ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffe. Dadurch macht eine kleine Menge Mandeln schnell satt und gibt langfristig Energie. Ich habe meistens einige Mandeln dabei, wenn ich unterwegs bin. Zusammen mit ein paar getrockneten Aprikosen oder Feigen sind sie ein feiner Happen für zwischendurch.

„Uii, fettreicher Snack!“, denkst Du jetzt vielleicht. Ja, es stimmt. Die Mandel enthält etwa 54% Fett. Dabei handelt es sich jedoch um eine äußerst gute, gesunde Fettsäurenzusammensetzung mit sehr wenig gesättigten Fettsäuren und vielen ungesättigte Fettsäuren. Diese ungesättigten Fettsäuren sind sehr wichtig, denn sie dienen uns als „Baumaterial“, z.B. für bestimmte Hormone und die Zellmembran. Mandeln machen keineswegs dick. (Es sei denn, mann isst sie täglich tütenweise oder in Form von viel Marzipan ;-)) Ganz im Gegenteil sie helfen sogar das Gewicht zu reduzieren bzw. zu halten und durch ihre vielen weiteren tollen Inhaltsstoffe unterstützen sie die Gesundheit enorm.

 

Die Mandel enthält neben den ungesättigten Fettsäuren, dem hochwertigen Eiweiß und den vielen Ballaststoffen wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Kupfer und große Mengen der Vitamine E und B. Dabei sind die unterschiedlichen Nährstoffe in einem sehr guten Verhältnis enthalten, so dass sie sich gegenseitig ergänzen und dem Körper optimal zur Verfügung stehen und verwertet werden können.

Vitamin E ist ein wertvolles Antioxidans und schützt Dich vor freien Radikalen. Gleichzeitig bewahrt es die tollen ungesättigten Fettsäuren vor der Oxidation, so dass Du sie in einer super Qualität erhältst. Vitamin B1 ist ein nervenstärkendes Vitamin – das kann man doch immer gut gebrauchen –  und Vitamin B2 unterstützt den Energiestoffwechsel jeder einzelnen Zelle. Mandeln sind außerdem basisch, was sie zu einem idealen Snack für eine basenüberschüssige Ernährung macht. Selbst auf die Darmflora haben sie einen positiven Einfluss, da sie durch ihren hohen Anteil an Ballaststoffen ein gutes Futter für die guten Darmbakterien sind.

 

Illustration des Mandelbaumes Köhler’s Medizinal-Pflanzen 1897

Mandel – eine Nuss oder was?

Der Mandelbaum (Prunus), der in Mittel- und Ostasien, im Mittelmeergebiet und in den wärmeren Regionen Europas und Amerikas verbreitet ist, gehört botanisch zu den Rosengewächsen. Aus der Blüte entsteht eine trockene Frucht, die im unreifen Zustand (Aprilmandel) wie Gemüse zubereitet werden kann. Jede Frucht enthält nur einen einzigen Samen, die Mandel. Sie ist also keine Nuss, sondern der Samen der Mandelfrucht. Vergleichbar mit dem Kern der Aprikosen. Es gibt drei verschiedene Arten von Mandeln. Die Süßmandel, die wir so gerne verspeisen, die Bittermandel, die aufgrund des hohen Amygdalingehaltes schon bei einer kleinen Menge giftig ist und die Krachmandel mit einer sehr dünnen, brüchigen Schale, die in Spanien und Frankreich bekannt ist.

 

 

Ok, also Zauberfrucht – nicht Zaubernuss. Aber letztendlich spielt das für den Genuss und die Gesundheit keine so große Rolle. Ich kann Dir nur empfehlen immer ein paar Mandeln Zuhause zu haben und sie täglich pur zu genießen. Die kleinen braunen Kerle bieten Dir eine wunderbare Zwischenmahlzeit mit tollen Nährwert. Am besten kaufst Du die ganzen ungeschälten Mandeln, da sie am Natürlichsten sind und die wertvollen Inhaltsstoffe so am besten erhalten bleiben.

Du kannst Mandeln auch mahlen und zum Kuchenbacken nutzen. Beim Erhitzen geht zwar ein Anteil der Vitamine verloren, aber ein Kuchen o.Ä. mit einem Teil gemahlener Mandeln schmeckt nicht nur köstlich, sondern liefert auch mehr Ballaststoffe als ein Kuchen nur aus Weißmehl. Dann mahle die ganzen Nüsse am besten selber in einer Küchenmaschine oder Nussmühle. Bei gekauften gemahlenen Mandeln leidet die Qualität der Nährstoffe und sie sind nicht besonders lange haltbar.

Auch pures Mandelmus schmeckt herrlich auf Brot oder Brötchen oder z.B. in Milchshakes gemischt, zum Verfeinern von Müsli oder Soßen. Achte auf hochwertiges nur bis 40 bis 45 Grad erwärmtes Mandelmus, damit die hitzeempfindlichen Nährstoffe nicht geschädigt werden.

Lecker ist es auch, das Müsli oder Porridge mit klein gehackten, kurz in der Pfanne gerösteten Mandeln abzurunden.

Egal wie, genieße die Mandeln und tu Dir damit auf einfache Art und Weise etwas Gutes. Und zwischendurch ein bisschen Marzipan oder Mandelkuchen ist einfach Genuss pur. 😉

 

Achtung! Das war jetzt ein richtiger Lobgesang auf die Mandel. Es gibt jedoch auch eine Kehrseite der Medaille. Der Mandelanbau ist nicht besonders nachhaltig, weil er Unmengen an Wasser benötigt. Im Hauptanbaugebiet Kalifornien (80% der Mandeln weltweit kommen aus Kalifornien) gibt es enorme Dürreprobleme. Das liegt nicht allein am Mandelanbau, aber er trägt stark dazu bei. Achte beim Kauf darauf, dass die Mandeln aus Europa kommen. Dann wird zwar immer noch genauso viel Wasser für den Anbau verbraucht, aber der lange Transportweg fällt weg. Bio wäre natürlich noch besser. Finde Deine GUTE MISCHUNG für Dich, Deine Gesundheit und Deinen Umgang mit der Welt.

 

Quellen: Illustration des Mandelbaumes (Prunus dulcis); Köhler’s Medizinal-Pflanzen 1897

DER BROCKHAUS ERNÄHRUNG Gesund essen, bewusst leben                                                                          4., vollständig überarbeitete Auflage                                                                                                                              F.A. BROCKHAUS, München 2011

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/mandeln.html

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